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Deine Atmung ist wichtiger, als du denkst - Zum Unterschied zwischen Mund- und Nasenatmung

  • Autorenbild: Anja Stork
    Anja Stork
  • vor 7 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Atmen passiert einfach. Jeden Tag. Jede Minute. Meistens unbewusst.

 

Doch wie wir atmen hat großen Einfluss auf unsere Gesundheit, unsere Energie und sogar auf unseren Schlaf.

 

Ich habe mich selbst in den vergangenen Jahren intensiv mit meiner Atmung beschäftigt und auch andere Menschen in verschiedenen Situationen beim Atmen beobachtet. Ich habe selbst erfahren, wie ich mein Wohlbefinden mittels meines Atems steuern kann und gesehen, wie man sich durch wildes „Luft holen“ immer weiter in Zustände hineinatmen kann, aus denen man selbst kaum noch herauskommt.

Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass viele moderne, insbesondere stressbedingte Beschwerden mit unserer Art zu atmen zusammenhängen.

 

Eine Frau genießt einen tiefen ruhigen Atmezug
Eine Frau genießt einen tiefen ruhigen Atmezug

Die Nase – unser eigentliches Atemorgan

 

Unsere Nase ist weit mehr als nur ein Weg für Luft.

Der Teil von ihr, den wir sehen, filtert, erwärmt und befeuchtet die Atemluft, bevor sie tiefer in die Atemwege gelangt. Kleine Härchen und Schleimhäute halten Staub, Pollen und Krankheitserreger zurück.

 

Doch viel faszinierender ist das, was in der Tiefe passiert, denn die Nase ist ein hochkomplexes Organ, das nicht am Jochbein (Wangenknochen) aufhört.

Hinter dem Teil, den wir äußerlich sehen können, schließen sich an den beiden Seitenwänden zunächst die Nasenmuscheln an, jeweils drei mit Schleimhaut überzogene Knochenlamellen, die die Oberfläche des Naseninneren vergrößern und die einströmende Luft verlangsamen und verwirbeln, damit sie länger im Kontakt mit den Schleimhäuten bleibt. Hier wird die Luft zusätzlich erwärmt, befeuchtet und gefiltert, bevor sie weiterfließt.

Seitlich bzw. oberhalb der Hauptatemwege befinden sich die Nebenhöhlen, die über kleine Öffnungen mit der Nasenhöhle verbunden sind. Hier, in den Nebenhöhlen, wird Stickstoffmonoxid erzeugt, das sich, wenn die Atemluft durch die Nasenhöhle vorbeiströmt – und nur dann -, mit dieser mischt und in die Lungen gelangt. Dort erweitert es die Blutgefäße und verbessert so die Durchblutung der Lunge. Stickstoffmonoxid führt zu einer effizienteren Sauerstoffaufnahme und wirkt außerdem antibakteriell und antiviral.

 

Die Nasenatmung, die noch viel komplexer ist, als ich es hier darstellen kann, unterstützt einen ruhigeren Herzschlag, verbesser die Schlafqualität und sorgt für ein ausgeglicheneres Nervensystem.

 

Viele Menschen atmen jedoch dauerhaft durch den Mund, ohne sich dessen bewusst zu sein, und nehmen sich so wesentliche Möglichkeiten, ihr persönliches Wohlbefinden oder ihre Leistungsfähigkeit zu kontrollieren. 

 

Für sein Buch „Breath“ führte der Auto James Nestor gemeinsam mit Experten ein bemerkenswertes Experiment durch: Zehn Tage lang atmete er ausschließlich durch den

Mund. Seine Nase wurde dafür verschlossen.

 

Die Folgen traten überraschend schnell auf.

Schon nach kurzer Zeit verschlechterten sich Schlaf, Konzentration und Energie. Er begann zu schnarchen, sein Blutdruck stieg und seine Sauerstoffwerte sanken. Beim Sport war er schneller erschöpft. Seine Nasenschleimhaut wurde Tummelplatz für Viren und Bakterien.

Anschließend wechselte er wieder zur Nasenatmung – und seine Probleme verschwanden zusehends. 

 

Warum Mundatmung den Körper stresst

 

Die Mundatmung ist aus meiner Sicht nur für Notfälle gedacht – etwa, wenn die Nase verstopft ist - und für´s Tauchen ;-). Und selbst bei verstopfter Nase sollte man regelmäßig versuchen, durch die Nase zu atmen. Doch das ist ein Thema für sich und verdient einen eigenen Beitrag.

 

Wird die Mundatmung zur Gewohnheit, kann sie laut verschiedener Studien langfristig Nachteile haben, nämlich einen trockenen Mund und schlechten Atem, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Schnarchen und schlechten Schlaf, innere Unruhe und flache Atmung, eine geringere Sauerstoffeffizienz und langfristig sogar Veränderungen im knöchernen Gesichts- und Kieferbereich.

 

Ruhiger atmen bedeutet gesünder leben

 

Unsere Atmung beeinflusst direkt unser Nervensystem.

Schnelle, flache Mundatmung signalisiert dem Körper eher Stress und Gefahr, spricht also den Sympathikus an, den aktivierenden Teil des Gehirns, der unseren Körper in Leistungsbereitschaft versetzt. Eine dauerhafte Mundatmung hält uns also dauerhaft im Fight-or-Flight-Modus. Innere Ruhe kann allein aufgrund der Hirnchemie nicht einkehren.

Nasenatmung dagegen führt schon aus sich heraus aufgrund der anatomischen Widerstände in der Nase (Nasenmuscheln) zu einer langsameren Atmung und aktiviert den Parasympathikus – den Teil des Nervensystems, der für Erholung und Regeneration zuständig ist.

 

Eine kleine Veränderung

 

Atmest du gerade durch den Mund oder durch die Nase?

 

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit etwas Großem, sondern mit einem einzigen ruhigen Atemzug.

 
 
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