Der Moment, in dem du wieder atmest
- Anja Stork
- 6. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Vielleicht ist es heute ein wenig anders.
Nicht so, dass plötzlich alles leicht ist. Nicht so, dass die Schwere einfach verschwunden wäre. Sie ist noch da. Etwas leiser vielleicht, aber spürbar. Wie ein Echo in deinem Körper.
Und doch… hat sich etwas verschoben. Ganz fein. Fast unmerklich.

Du stehst da. Barfuß auf dem kühlen Boden. Dein Körper ist noch müde, noch nicht ganz wach. Nur ganz langsam dringt Bewusstsein in deinen Kopf, als würde er sich erst langsam wieder erinnern, wie sich ein neuer Tag anfühlt.
Deine Hand liegt vielleicht noch auf deiner Brust. Dort, wo alles still schien und nichts mehr ging, spürst du nun Bewegung.
Und dann öffnest du die Tür. Ganz vorsichtig lässt du das Außen an dich heran.
Die Luft verändert sich. Ein Hauch von Weite und sanftes Licht berühren deine Haut.
Stille und Wärme umfangen dich und geben dir Sicherheit in diesem Moment.
Du musst nichts leisten. Nichts erklären. Nicht einmal funktionieren.
Du darfst einfach nur da stehen und atmen. Ein wenig bewusster und ein wenig tiefer vielleicht. Weil dein Körper danach verlangt. Er sehnt sich nach Atem und Tiefe.
Wie ein leises Zurückfinden spürst du, wie sich dein Brustkorb hebt, sich etwas weitet, was gestern noch eng war. Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem du endlich wieder lächeln kannst, weil dir klar wird, dass dein Körper noch genau weiß wie es geht. Wie er den Atmen fließen lässt wie das Meer, das sich bewegt. Welle für Welle kehrt das Leben zurück.
Ohne Eile. Ohne Druck.
Dass du diesen einen Moment zulässt, in dem du selbst nichts von dir erwartest, außer zu SEIN, ist heute dein Geschenk an dich. Genieße es und koste es aus. Es erinnert dich daran, dass Leben nicht zurückkehrt, weil du dich anstrengst, sondern weil du ihm wieder Raum gibst.

